Roque de los Muchachos

Das war am Samstag das Ziel mit dem Rad. Von dem klappernden Tretlager habe ich mich erstmal nicht aufhalten lassen, der Vorteil der Route war, dass ich einfach in die Stadt zurück rollen hätte können, wenn das Lager aufgegeben hätte. Es ging weit nach hinauf (Profil) und eine Strecke war mit 40 km auch nicht so kurz, wie gedacht. Als es oben erstmal wieder etwas runter ging, war ich mir nicht sicher, ob ich Lust habe auf dem Heimweg dieses Stück wieder hoch zu müssen. Bin dann aber doch bis auf den Gipfel gefahren und habe es nicht bereut. Beim nächsten Mal werden es aber nicht nur 2.5 Liter Wasser sein, ein Liter mehr wäre nicht verkehrt gewesen. Und es wird auch nicht in den nächsten Wochen passieren, das war heute schon ganz schön hart.

Auf dem Weg nach oben gab es tolle Ausblicke zurück. Als erstes Mitten in Santa Cruz:
Santa Cruz

Eine halbe Stunde später war der Ort schon etwas weiter entfernt:
Santa Cruz de La Palma

Das Wetter ist besser geworden fällt mir grade auf. Man sieht den Kreuzer im Hafen schwimmen. In Santa Cruz sah ich große Mengen deutsch sprechender Touristen auf E-Bikes. Dadurch war auch ohne, dass ich das Schiff sah, klar, dass eins da sein muss. Leider führte deren Weg nicht entlang meines, ich hätte mich gern ein wenig gemessen (da war ich noch ausgeruht). Den Weg nach oben überholten mich etliche Mietwagen, vermutlich auch fast ausschließlich Schiffsreisende. Mit denen wollte ich mich dann aber doch nicht messen.
Eine knappe Stunde später ist der Winkel, mit dem man auf die Stadt schaut wieder deutlich steiler geworden:
Santa Cruz de la Palma

Und noch eine knappe Stunde danach musste man schon ganz schön zoomen, um das Schiff noch zu sehen:
Santa Cruz de La Palma

Danach konnte man die Stadt von der Straße aus nicht mehr sehen.

An der Baumgrenze sah ich eine interessanten geologischen Aufschluss. Ein Stück massives Gestein mit etwas sehr lockerem rechts und links daneben, wo mir nicht klar ist, wie das entstehen konnte.

geologischer Aufschluss

geologischer Aufschluss

Außerdem gab es steile Schluchten zu sehen (in 2d wirkt das nicht so gefährlich wie es aussah, teilweise über 60° Neigung):

Schluchten, Straße und Teleskope

Schluchten, Straße und Teleskope

Schließlich, nach 5.5h, war ich ganz oben, höher kommt man auf der Insel nicht mehr. Die Berge waren ab der Baumgrenze ziemlich anstrengend, vermutlich Erschöpfung und etwas geringerer Luftdruck (75% des Meeresniveaus auf dem Roque) und damit nur noch 3/4 der Sauerstoffaufnahme pro Atemzug. Einiges gab es Unterwegs noch zu sehen, aber das hatte ich ja schon gezeigt.
Man hat vom Gipfel eine tollen Ausblick auf die nordöstliche Wand der Kaldera, das könnten fast 1000 Höhenmeter auf dem Bild sein:

Kalderawand vom Roque de las Muchachos

Kalderawand vom Roque de las Muchachos

Und noch ein Panorama in die Kaldera hinein. Dort unten müsste ich heute (Sonntag) unterwegs sein, wenn alles klappt wie geplant. Das Bild ist 3000×856 Pixel groß, anklicken zum vergrößern.

Kaldera vom Roque de los Muchachos. Vor den hohen Bergen im Hintergrund befindet sich El Pilar und rechts Los Llanos.

Kaldera vom Roque de los Muchachos. Vor den hohen Bergen im Hintergrund befindet sich El Pilar (Blick in die Richtung vom Roque gab es hier) und rechts Los Llanos.

Die Kaldera war vor der Bildung der Vulkanberg. Aber irgendwann ist das Magma in der Magmakammer unterm Vulkan abgesunken, es entstand ein Hohlraum in welchen der Vulkan letztendlich brach. Jetzt ist der Höchste Punkt 2426m, davor war der vermutlich über 3000m.

Der Rückweg war dann nicht so schlimm, die Anstiege waren dank etwas ausruhen machbar. Nach etwa 1.5 Stunden war ich wieder zu Hause. Unterhalb von 1000m war es angenehm warm, zumindest nach der Abfahrt in etwas kälterer Luft empfand ich das so. Zu Hause angekommen war es eher viel zu warm. Bergab ist allerdings auch erschöpfend, dadurch, dass die Straße nur aus Kurven besteht, muss man permanent die Straße vor einem nach Steinen und Unebenheiten scannen, damit Geschwindigkeit und Reibung zwischen Reifen und Straße in einem ausgewogenen Verhältnis sind.

Von den Teleskopen habe ich auch Bilder gemacht, aber die Panoramen brauchen noch etwas Zeit.

Nachtrag, da ich die Dinge erst einen Tag zu spät gelernt habe:
1: Die beschriebene Entstehung der Kaldera trifft nicht auf die Caldera de Taburiente zu, hier war es so, dass ein Teil des Vulkans nach Westen ins Meer gerutscht ist und dadurch das Loch geschaffen hat. Die Berge auf der gegenüberliegenden Seite sind durch darauf folgenden Vulkanismus entstanden.
2: Das freistehende massive Gestein war ursprünglich mal ein Dyke. Das ist ein Magmagang, der sich um vorhandenen Gestein gebildet hat. Das vorhandene Gestein hatte weniger Festigkeit und wird eher erodiert, deswegen bleibt der Dyke übrig. In der Urlaub 2013 in der Bretagne in der Nähe von Le Gouffre habe ich mehrere Dykes gesehen, in dem Fall war Granit das Umgebungsgestein. Dort waren die Dykes etwas stärker verwittert:

Dyke im Granit in der Bretagne

Dyke im Granit in der Bretagne

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3 Antworten zu Roque de los Muchachos

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