Genderneutral

In meinem Freundeskreis steht demnächst eine Geburt an. In diesem Fall wollen sich die Eltern überraschen lassen, welches Geschlecht das Kind hat und haben es sich nicht sagen lassen. Zu den wenigen Gelegenheiten, zu welchen ich das erwähnt habe, kam dann immer sehr schnell die Frage/Aussage: „Aber dann weiß man doch gar nicht, was man (für Kleidung) kaufen soll“.

Und das finde ich extrem problematisch für eine sich selbst als fortschrittlich ansehende Gesellschaft. Dem Baby ist es völlig egal, ob es rosa oder blaue Sachen anzuziehen bekommt. Es es besteht kein Grund es in irgendwelche Rollen zu pressen. Die Gesellschaft macht das früh genug.

Zum Beispiel wenn es ums Spielzeug geht:

Na, welcher Globus ist wohl für Jungs und welcher für Mädchen?

Na, welcher Globus ist wohl für Jungs und welcher für Mädchen?

Florian von den Scienceblogs hat sich über das Problem des Spielzeugs auch schon einmal aufgeregt.
Hier noch eine Liste von sexistischem Spielzeug.
Von den Frauen, welche Brüder haben, habe ich hin und wieder gehört, dass sie das „Jungs“-Spielzeug viel interessanter fanden (zum Beispiel Autorennbahn statt Puppenhaus, Lego Technik statt Lego Strandbar). Katja Klengel hat das und ihre Enttäuschung und vieles mehr in ihrem Blog als Comic behandelt.

Wir machen Kinder zu dem was wir vermitteln. Und wenn wir sie ungleich behandeln, dann werden sie bestimmte Interessen verlieren, wofür sie eigentlich Begabung haben. Die Tochter von Freunden hatte im Mathetest alles richtig. Trotzdem meinte sie zu Hause, dass Mädchen kein Mathe können. Eben weil es ihr eingeredet wurde.

Und weil ich gerade dabei bin: Bemerkenswert fand ich auch dieses Video, welches zeigt wie die Gesellschaft Kinder formt:

Kinder sollen einen Firefighter (Feuerwehrmann), Surgeon (Arzt) und Fighter pilot (Jetpilot) malen. Dabei malen sie fast ausschließlich Männer (61 Männer, 5 Frauen). Danach kommt jemand von diesen drei Berufen und die Kinder sind total überrascht, dass es Frauen sind.

Im Deutschen kommt zu den Rollenmodellen noch das Problem des generischen Maskulinums für die Standardberufsbezeichnung. In den Diskussionen zu solchen Beiträgen heißt es zwar, dass es Frauen mit einschließt. In meinem Kopf tut es das aber bei vielen Dingen nicht automatisch (kann natürlich sein, dass ich Einzelfall bin). Deswegen finde ich es gut, dass viele Blogger zum Teil die weibliche Form verwenden, das fordert und fördert den Kopf.

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